Mir obliegt das Privileg einen Artikel über die Fuchsenfahrt im Sommersemester 2017 zu schreiben.

Das Ziel der Fuchsenfahrt war sehr schnell klar: Bbr. Westermanns wiederholte und herzliche Einladungen, ihn doch in Ingolstadt zu besuchen hatte bei der Fuchsia direkt auf einen wunden Punkt getroffen. Insbesondere das Angebot einer Werksführung durch AUDI in Ingolstadt empfanden einige Füchse als Gelegenheit, die man unbedingt beim Schopfe packen müsse! Ich rief also bei Bernd an. Dazu muss man sagen – man hätte mir die Planung für Ingolstadt nicht einfacher machen können. „Schlafplätze stellen wir euch auf jeden Fall, für genug Verpflegung wird auch gesorgt sein, ich habe 256 Fahrräder, die brauchen wir uns also auch nicht zu leihen (Anm. d. R.: die Hyperbel dient hier der Veranschaulichung der Tatsache, dass Bbr. Westermann wirklich sehr viele Fahrräder besitzt) dann können wir eine Fahrradtour entlang der Donau machen! Außerdem können wir schwimmen gehen, Ingolstadt hat ein wirklich tolles Freibad. Was den Tag bei Audi angeht – ich regle das. Habt ihr Interesse an einem wissenschaftlichen Vortrag? (Anm. d. R.: Hatten wir. Es juckte uns regelrecht in den Fingern, eine solch seltene Gelegenheit wahrzunehmen.) Ach und wenn ihr ankommt grillen wir! Für genug Bier werde ich natürlich sorgen.“ So sehr bestärkt in unserem Ziel, fiel mir die weitere Planung nicht schwer. Da mein Plan beinhaltete, den Füchsen auch andere Städte Bayerns näherzubringen, lagen zwei Städte nicht sehr fern: München, als Vorzeigestadt Deutschlands war natürlich absolut prädestiniert dafür Zwischenstopp auf unserer Tour zu werden. Würzburg durfte ich im Jahr 2016 während der Cartellversammlung besuchen und fand es dort so schön, dass diese Entscheidung auch nicht lange auf sich warten ließ. Unsere Ziele waren also jetzt klar! Um dem hoffentlich noch nicht gelangweilten Leser den Bericht der wochenlangen, nervtötenden Organisationsarbeit zu ersparen, fange ich direkt am Tag der Abreise an – 2. Juni 2017, 8.30 Uhr morgens in Aachen, ein sonniger und warmer Morgen: es geht endlich los! Trotz Bier und Kaffee fehlte uns aber etwas, was wäre wohl eine Fuchsenfahrt ohne Nahrung in Form von Waffeln, Haribo und Keksen? Nach dem Einkauf ging es dann aber wirklich los! ….. Bis zu Autobahnraststätte Frechen. Wieso wir nur so weit kamen, bis wir den ersten Zwischenstopp einlegen mussten, liegt wohl daran, dass wir jedwede couleurstudentische Tradition einfach vergessen hatten – es fehlte die Anstafette! Gesagt, getan, und dank Smartphone auch direkt an die aktiven Bundesbrüder übermittelt. Nun kann es weitergehen.

Nach einer weiteren Stafette und einer spontanen Runde Flunkyball auf dem nächsten Rastplatz, zwei weiteren Stafetten und weiteren 8 Stunden Fahrt kamen wir also endlich in Ingolstadt an und wurden herzlich empfangen. Den Abend ließen wir mit einem zünftigen Grillen ausklingen, wobei es für einige von uns noch weiter zum Feiern in die Innenstadt ging, in Begleitung der Bbr² Amend und Westermann.

Da unser Gastgeber unseren Aufenthalt wegen der Taufe seines Stiefenkels unterbrechen musste, machten wir uns also auf nach München. Wir bezogen unser Quartier in der Jugendherberge und machten uns anschließend auf den Weg ins BMW-Museum. Da dieser kurze kulturelle Aufenthalt wenig Gelegenheit bot, sich mit einem kühlen Hellen zu erfrischen, entschieden wir uns spontan eine Fuchsenstunde im Olympiapark abzuhalten. Highlights unseres Spazierganges waren ein missglückter Flirtversuch von Bbr Ingendoh (bei dem er sich immerhin 5€ verdienen konnte), ein tolles Foto auf dem Olympiahügel und ein weiterer missglückter Flirtversuch von Bbr Ingendoh. Leider wissen wir bis heute immer noch nicht, was die Lieblings-Slusheis-Sorte der Verkäuferin ist.

Als nächstes folgte der Besuch der Augustinerbräustuben, wo wir die feinste bayrische Küche zum ersten Mal ausprobieren durften. Bbr Blasberg leistete uns angenehme Gesellschaft und sogar Cbr Tilman Bastin FcA! gesellte sich zu einem oder zwei Bierchen zu uns. Frisch gestärkt konnten wir nun das Couleurleben der Bayrischen Hauptstadt erkunden. Unsere erste Station war die KDStV Trifels. Leider fand dort gerade die Semesterparty statt, für welche wir Party-erfahrenen Balten nicht mehr als ein müdes Lächeln erübrigen konnten, jedoch gabelte uns dort ein Fuchs der Tuisconia auf und lud uns zu sich aufs Haus ein. Die Tuisconen waren so gastfreundlich, dass unser Aufenthalt ganz 3 Stunden dauern sollte, zum Ende unseres Besuches schenkten uns die Cartellbrüder sogar einen bedruckten Steinkrug.

Da kein Mensch mehr als 5 Stunden Schlaf braucht, erwachten wir (mehr oder weniger) erquickt am folgenden Morgen. Nach einem kurzen Frühstück stand ein weiteres Highlight bevor – der englische Garten. Unser Reiseleiter Florian Klein wurde leider kurz vor der Ankunft an der richtigen U-Bahn-Haltestelle verhext, sodass wir erst zum nördlichsten Ende des Englischen Gartens ausstiegen (Anm. d. R.: Ein Spiel, bei dem man „verhext“ sagt, nachdem man gleichzeitig mit einer anderen Person das Gleich sagt. Der „Verhexte“ darf nicht mehr reden, solange niemand mindestens dessen Rufnamen laut ausspricht. Ich darf erwähnen, dass selbstverständlich ich dieses Spiel gewonnen habe, dank meiner herausragenden Reflexe. Vielleicht hat sich auch einfach bloß niemand getraut, mich als höchste anwesende Charge zu verhexen). Nun also vom nördlichen Ende des Gartens bis zum chinesischen Turm, zum Glück kreuzten sich unser Weg mit einigen Biergärten, das linderte die Anstrengung enorm.

Im Anschluss an den vitalisierenden Spaziergang trennten wir uns für das Mittagessen. Meine Gruppe nahm sich den Tipp von Cbr Tilman Bastin zu Herzen, und besuchte Cbr. Schneiders Brauhaus. Eine vorzügliche Lokalität, mit einem beachtlichen Angebot an Bier und einem fantastischen Spanferkel. Was man in München selbstverständlich nicht vergessen darf, ist ein Eis am Marienplatz zu Essen. Nachdem wir uns also das teuerste Eis meines Lebens genehmigt hatten, machten wir uns auf, München zu verlassen.

Wer Ingolstadt kennt, dürfte sich vorstellen können wie überrascht wir waren, als wir die Fahrradtour am nächsten Tag begingen. So sehr man die Stadt mit dem Audi-Konzern assoziiert, so wenig Präsenz zeigt eben dieser am Stadtbild. Ingolstadt hat bei einer Fläche von ca. 133 KM² ca 133.000 Einwohner, während in Aachen bei nur 30 KM² mehr fast die Doppelte Anzahl Menschen beheimatet sind. Während Aachen schon relativ grün ist, ist Ingolstadt eine wenig populäre Perle der Natur. So fuhren wir entlang der Donau, am Rande eines Baggersees, durch die innere Altstadt bis zum Freibad Ingolstadts (Anm. d. R.: Ich habe noch nie ein Freibad gesehen, welches besser gepflegt wurde, als jenes in Ingolstadt). Nach diesem schönen Tagesausflug am Pfingstmontag ließen wir den Abend bei Bier und Gesellschaftsspielen ausklingen (Anm. d. R.: Das war die Auflage des Gastgebers: Am Tag vor dem Besuch bei Audi sollten wir „nicht so Knallgas geben“). Die Fuchsia erinnert sich wohl noch die nächsten 20 Jahre lang ähnlich schmerzhaft an ihre Niederlage gegen den Fuchsmajor bei „Risiko“, wie die US-Amerikaner an die Bombardierung von Pearl Harbor.

Der Tag bei Audi nahte! Schon im Vorfeld waren wir erstaunt über den Einsatz und die Planung seitens Bbr. Westermanns. Meine Anfrage über „eine Werksführung und vielleicht ein Vortrag“ hatte er flugs in einen ganzen Tag bei Audi, samt Bewirtung umgeändert, außerdem war die Fuchsia der KDStV Aureo-Danubia anwesend. Es begann mit einem Vortrag über berufliche Perspektiven bei Audi, da dieser ungefähr zur Mittagszeit endete, lud uns die reizende Praktikantin doch passenderweise zum Essen ein. Weiter ging es mit dem Fachvortrag zum Thema „Vorsprung durch „Virtual Reality““ der Abteilung „Design Check“. Es folgte ein maximal interessanter Vortrag darüber, wie die Technologie der Virtuellen Realität das Arbeitsleben in der Design-Abteilung von Audi revolutioniert. Vor dem anschließenden Gang durch die Montagehalle verabschiedete sich die Aureo-Danubia, da fiel uns auf, dass ein Teilnehmer der Exkursion (den wir vorher zu den Cartellbrüdern zählten) mit uns die Besichtigung der Montagehallen beging. Ein kurzes Gespräch brachte den Aufschluss: Bbr Westermann hatte uns einen Abiturienten wie ein Kuckuckskind untergejubelt und niemandem etwas davon gesagt. Nach kurzer, geheimer Absprache („Den keilen wir“) konnten wir ihn direkt in die Gruppe integrieren. Kurzentschlossen kam er mit zu Bbr Westermann um dort mit uns zu grillen. Nach Geschichten, Gesang und Stafetten, hatten wir ihn dann so weit überzeugt, sich doch einmal die RWTH anzuschauen. An dieser Stelle ein riesiges Dankeschön an Bbr Westermann für diese beispielhafte Vorbereitung unserer Keilarbeit.

Am Mittwoch hieß es nun – Abschied nehmen von Bbr Westermann und seiner Frau Inge. Nachdem wir am Abend zuvor seine Garage mit einem traditionellen „Balten-Besuchs-Portrait“ bestücken durften, überreichten wir der Familie Westermann einen Geschenkkorb, welcher einen Printenlikör, einen Aachener Tee und eine Bild der Fuchsia beinhaltete.

Unser nächstes Ziel sollte Würzburg sein. Unser Quartier sollte das Haus der KDStV Gothia Würzburg sein. Nach Ankunft (Beim Öffnen der Türe hörte man ein herzhaftes „ZIEH“ aus einem fernen Raum) und „Besichtigung“ des Partykellers der Gothen, machten wir uns schick für einen kleinen Spaziergang durch Würzburg. Unser Ziel sollte das Bürgerspital sein, wo wir uns im Vorfeld mit Bbr. Kuttenkeuler verabredet hatten. Ein feines Essen später trafen wir Winfrieds Frau Helga Kuttenkeuler und wurden zu einer Stadtführung eingeladen. Ein Wein an der Alten Mainbrücke durfte da natürlich nicht fehlen! Nachdem wir also im „Maulaffenbäck“ landeten traf uns Bbr. Benedict Scotti, der uns bis zum Ende der Fuchsenfahrt begleiten sollte. An diesem Abend mussten wir den ersten Verlust beklagen, Bbr Bianco bekam der Umstieg von Bier auf Wein nicht so gut und fuhr schon am nächsten Tag zurück nach Aachen.

Der Donnerstag begann mit einem sehr traurigen Ereignis. Die Fuchsia trug unter Leitung von Bbr. Kamm Bbr. Matthias Gather zu Grabe. Nach einer Verspätung, die der Orientierungslosigkeit in Schweinfurt schuldete, begingen die Angehörigen, die Fuchsia und viele andere Bundesbrüder das Requiem. Es war ein trauriger Anlass, der uns alle jedoch an die vergängliche Schönheit des Lebensbundprinzips erinnerte. An dieser Stelle möchte ich den Füchsen für ihre Beteiligung an diesem Ereignis danken, die ohne Kompromisse ihre Zeit während der Fuchsenfahrt opferten um eines verschiedenen Bundesbruders zu Gedenken.

Ihr habt jetzt Trauer, aber ich werde euch wiedersehen und euer Herz wird sich freuen.

(Johannes 16,22)

Zurückgekehrt nach Würzburg machten wir einen erneuten Spaziergang durch die Stadt, es gab noch viel zu sehen. Von der Residenz zu einem zweistündigen Aufenthalt beim „Brückenschoppen“ ging es danach zu einem Essen im Würzburger Hofbräuhaus, welches wir mit kugelrunden Bäuchen wieder verließen. Den weiteren Abend ließen wir bei der Gothia ausklingen. Man merkte an diesem Abend schon, dass die Fuchsenfahrt Spuren hinterließ.

Um die nötigen Kräfte für die Rückfahrt zu sammeln, fanden wir uns zum Weißtwurstfrühstück bei Bbr. Kuttenkeuler ein. Offenbar schmeckte es den Füchsen schon wieder, denn natürlich gab es dazu auch ein kühles Weißbier! Von Bbr. Kuttenkeulers Gastfreundschaft durfte ich schon zur Cartellversammlung 2016 kosten, es fehlte uns an nichts. Nun sind wir am Ende der Fuchsenfahrt angelangt. Eine tolle, anstrengende, Leberwerte-vernichtende, ereignisreiche und lustige Zeit durfte ich mit einem hoch-engagierten Fuchsenstall verbringen. Es war eine der schönsten Fahrten die ich bei der Baltia bis jetzt erleben durfte. Ich danke den Bundesbrüdern Westermann und Kuttenkeuler für ihre Gastfreundschaft und den Füchsen Jonas Deutschmann, Benedict Ingendoh, Florian Klein, Andreas Bianco und Jan Hübner für ihre Geduld mit mir und hoffe, dass sie die Fuchsenfahrt genauso in Erinnerung behalten wie ich.

Vivat, crescat, floreat Fuchsia Baltiae ad multos annos!

Patrick Plum Bl! FM (X)