Die Aktivenexkursion fand dieses Semester in Düsseldorf statt. In Erinnerung an die schöne Brauhaustour in Köln, im Sommersemester 2015, dachten wir uns, dass Düsseldorf mit seiner Alt-Tradition doch bestimmt auch etwas zu bieten hat. Und siehe da, wir wurden fündig.

Unsere erste Station war das „Uerige“. Bei einem tollen Ambiente wurde uns ein durchaus schmackhaftes Altbier präsentiert, noch war allerdings nicht jeder Aktive überzeugt. Besonders die Bundesbrüder aus dem Kölner Raum hatten es schwer sich zu akklimatisieren, und brauchten eher ein zwei Bier mehr, um das „verhasste Altbier“ genießen zu können. Weiter ging es, unsere nächste Station sollte der „Goldene Kessel“ sein. Wir kamen jedoch nicht weit, da direkt neben dem „Uerige“ das „Killepitsch“ steht. Der Legende nach erhielt „Killepitsch“ seinen Namen durch ein Gespräch von Hans Müller-Schlösser und Willi Busch in einem Luftschutzbunker in Düsseldorf, während eines besonders heftigen Luftangriffs:

„Ech sach dech bloß ens Hans, koome meer he heil erus, dat se ons nit kille, dann brau ech dech ö Schabäuke, do kannste de Zong noh lecke, dann dommer eene pitsche on dä kannste dann von mech us Killepitsch nenne!“

Frisch gestärkt konnten wir nun zum „Goldenen Kessel“ wandern. Eine Traditionsbrauerei, die seit 115 Jahren im Besitz der Familie Schumacher ist. Hier hatten wir ein traumatisierendes Erlebnis: Nachdem der Fuchsmajor (meine Wenigkeit) gegen seinen Zipfelbruder (Bbr. Benedict Scotti) einen schnellen Alt-Lümmel verlor, fühlte sich der Köbes ausgeschlossen. Er wollte auch gerne an diesem Wettbewerb teilnehmen. Bbr. Scotti dachte wohl „selbstverständlich gewinne ich, soooo einen großen Mund habe ich, da passt viel Bier rein“. Er hatte die Rechnung nicht mit dem Köbes aus der Hölle gemacht. Offenbar in einem früheren Leben korporiert, und Mitglied eines Kösener Corps, konnte dieser Mann wirklich schnell trinken. Der Fuchsmajor kann nichts am Glas, ein Köbes lässt einen beliebigen Aktiven bei einem Bierjungen im Regen stehen, was für ein dunkler Tag für die Baltia.

Weiter ging es ins „Kürzer“. Das Kürzer ist Düsseldorfs jüngste Altbrauerei (2010). Diese Brauerei, mit einem erstaunlich köstlichen Altbier, hat die „Besonderheit der Transparenz“. Vorne am Tresen steht ein durchsichtiges und unendliches Fass (es ist direkt mit dem Lagertank verbunden und füllt sich automatisch nach, sobald ein kritischer Füllstand erreicht wurde. Wir sollten so etwas für den Baltenkeller anschaffen) und hinten direkt neben den Tischen steht der komplette Brauapparat. Der Braumeister (welcher paradoxerweise aus Köln kommt) braut zweimal in der Woche, und zwar direkt vor den Augen allen Kunden. Im „Kürzer“ zeigten wir unserem „Tourguide“, was eine Stafette ist.

Die nächste Station war das „Füchschen“, eine Ur-Düsseldorfer Lokalität. Genauso Ur-Düsseldorf wie die Lokalität waren auch die Köbesse. Endlich durften wir ein Exemplar eines „echten rheinischen Köbes‘“ begutachten. Mit aufgespielter (oder echter) Unfreundlichkeit beantwortete er unsere Frage ob Tische zusammenschieben könne mit „Nein.“. Als wir uns über sein Verbot insofern hinwegsetzten, dass sich alle Aktiven an einen Stehtisch stellen wollten legte er nach: „Dat issen Jehwech, oder stünd da ‚Bitte hier stehen‘?“. Ich persönlich war voll überzeugt – es gehört zum Spiel, es war schon immer so, es muss so sein, ein Köbes, der freundlich ist, kann kein richtiger Köbes sein. So manch Aktiver war da anderer Meinung. So also zogen wir zu unserer letzten Station, nämlich ins „Schlüssel“. Hier endete unsere Tour mit einem deftigen Brauhausessen.

Patrick Plum FM