Der Tag begann für mich höchst verkatert. Ich sollte in der gemeinsamen Messe chargieren. Franconia chargierte mit dem kompletten Chargenteam – dann machen wir das natürlich auch! Dementsprechend fanden sich alle chargieren mehr oder weniger (oder sehr sehr sehr un-) pünktlich ein. Nun gut, da standen wir also 9 Minuten vor Beginn vor dem Baltenhaus und stiegen ins Taxi. Zwei Minuten später passierte es. „Hat jetzt jeder alles?“ – ein gemurmeltes „Na klar, wär ja auch doof wenn nicht“ ist aus jeder Ecke zu vernehmen. „Almü, hast du dir deinen Schläger noch genommen?“ – „Nö.“ Nun gut. Ein Fest ohne Zeitnot und perfekt organisiert wäre ja auch langweilig! Wieder umgedreht, Schläger geholt und zur Messe gedüst, aus Datenschutzgründen darf ich nicht sagen, ob der Taxifahrer jede Verkehrsregel eingehalten hat. Wir trafen ein, als Franconia gerade in dem Moment schon einchargieren wollte, da hatten wir aber nochmal Glück! Na dann kann‘s ja losgehen!

Nach dem Chargieren bei einer wunderschönen gemeinsamen Messe freuten wir uns alle auf das Festsonntags-Radler, auf gemütliche Kleidung und darauf zu SITZEN! Nun begann der ganz normale Wahnsinn eines Fest-Sonntages. Nach einem äußerst knappen Sektschießen (man merkte so langsam, dass die Balten deutlich besser werden), wobei trotzdem niemand die Glocke traf, entschieden wir uns, dieses eine Spiel noch einmal auszuprobieren. Dieses schönste, beste aller Spiele, dessen Vorbild jeder Leser dieses Käseblattes in der Schule schon gespielt hatte, bei Langeweile im Deutsch-Grundkurs. Balten-Tic-Tac-Toe! Für den Gelegenheitsleser, der hier zum ersten Mal davon hört – diese Variante des Spiels wird im Baltengarten gespielt. Die Rückseite des Baltenhauses ist so aufgebaut, dass die Fenster ein perfektes 3x3-Spielfeld ergeben. In jedem dieser Fenster steht nun ein Teilnehmer mit zwei Zetteln (auf einem steht ein großes „X“ auf dem anderen ein großes „O“), ein paar Flaschen Bier und einem Glas. Unten im Garten befinden sich der Spielleiter, zwei Spieler und ganz viele Spektanten. Die beiden Spieler trinken zuerst aus, wer beginnen darf. Der Beginner sucht sich einen Teilnehmer aus aber vor Allem eins der beiden verfügbaren Zeichen, der Verlierer darf sich danach ebenfalls einen Teilnehmer aussuchen und erhält das verbleibende Zeichen, die beiden ausgesuchten Personen trinken nun auf das Kommando des Spielleiters hin ein Bierduell. Der Gewinner dieses Duells darf nun das Zeichen seines Spielers hochhalten (entweder ein „X“ oder ein „O“). Wer zuerst drei in einer Reihe sichert, gewinnt das ganze Spiel. Nach zwei Runden begann dann auch schon das traditionelle Bierpongturnier! Was soll man dazu noch groß sagen? Die Partizipation an diesem Event war wie immer erstaunlich hoch, es gab dieses Mal gleich vier Turniertische.
Währenddessen erfanden zwei offenbar gelangweilte, jedoch höchst kreative Bundesbrüder das sogenannte „Bierschach“. Das Spiel ist sehr stark am Schach orientiert, statt jedoch den einzelnen Figuren Punkte zu verteilen (Dame – 9, Turm – 5, Läufer/Springer – 3, Bauer – 1), wurden verschieden große Gläser mit Bier befüllt und auf ein selbstgemaltes, vergrößertes Schachfeld gestellt. Den Rest der Geschichte könnt ihr euch denken, selbstverständlich erforderte dieses Spiel von den beiden Spielern ein Maximum an Gehirnleistung, weswegen diese beiden hinterher auch nicht mehr zu anspruchsvollen Denkaufgaben fähig waren. Sie hatten ja ihren ganzen Gehirnschmalz beim Schach gelassen. Die Sieger des Bierpongturniers waren übrigens die Bundesbrüder Krisch und Thomas, Gratulation an dieser Stelle!

Die Zeit zwischen Bierpongturnier und Festabschlag galt es geschickt auszufüllen. Niemand wollte jetzt noch irgendetwas machen, bei dem der Konsum von Bier im Mittelpunkt stehen, da man ja noch lange durchhalten musste. Andererseits wollte auch niemand träge auf der Couch sitzen und riskieren, dass die Müdigkeit die Oberhand gewinnt. Wir haben uns alle geeinigt – und schlugen eine Spontankneipe im Keller! Die Kneipe war mitnichten vorher geplant, man hatte es selbstverständlich nicht darauf angelegt. Aus diesem Grund stand die Kneipe unter dem Motto „Kindheitshelden“, und wie aus Zauberhand tauchten wir Garnituren Kostüme im „Super Mario“-Stil auf, dazu Ansteck-Schnurrbärte.

Nach einem so unglaublich ereignisreichen Festsonntag, waren wir alle sehr dankbar und froh, als der Senior das Fest unter den Tisch schlug. Vier Tage Erschöpfung steckte uns in den Knochen, vier Tage Bier steckte uns in der Leber, weiterhin bin ich der Meinung, dass sich das Chargenteam den Feierabend redlich verdient hatte.

Fest ex!

Patrick Plum