„Daniel, das Bier läuft immer noch nicht. Wir haben den falschen Keck geliefert bekommen. Wir müssen uns eine andere Zapfe organisieren.“ Diese Worte hört man immer gerne, vor allem um 10  vor 8 am Abend des Festkommerses, wenn man eh du Ruhe selbst ist und sich gerade überhaupt keine Gedanken um die restliche Organisation machen muss.

Glücklicherweise waren diese kleinen Startschwierigkeiten schnell gelöst und der Abend konnte beginnen.

Doch ganz von Anfang an. Für mich begann das Fest – und vor allem der Kommers – etwa drei Wochen bevor es wirklich soweit war. Natürlich hatte ich mir vorher schon ein paar Gedanken gemacht, was ich wie machen könnte. Nach zahlreichen Änderungen war mein zuvor überlegtes Konzept aber dann doch komplett über den Haufen geworfen – nicht dass mich das zu diesem Zeitpunkt noch großartig gestört hat. Nach zwei anstrengenden Wochen, in denen ich ständig mit mir selbst um Formulierungen gefeilscht habe, hatte ich dann endlich ein erstes, vollständiges, vorzeigbares Endresultat geschaffen.

Und nachdem ich meinen beiden Korrektoren bestimmt ordentlich auf die Nerven gegangen bin, konnte ich nun endlich auch diesen Punkt von meiner To-Do-Liste streichen.  

 

Nach dem doch etwas länger dauernden Aufbau des Jakobssaals am Vortag des Festkommerses war nun Samstag Nachmittag alles soweit vorbereitet, dass der Kommers kommen konnte. Neben dem kleinen Problemchen mit der Zapfanlage, bei dessen Behebung uns Makaria netterweise tatkräftig unterstützt hat, konnte endlich der Abend richtig beginnen. Trotz der „angenehmen“ 30 Grad war die Corona immer noch in bester Laune, sodass sich meine anfänglich enorme Nervosität bis zum ersten Drittel meiner eigenen Ansprache weitestgehend verflüchtigt hat. Den Rest tat dann das Bier. Ab diesem Zeitpunkt konnte dann auch ich endlich die Sorgen fallen lassen und anfangen, meinen eigenen Kommers zu genießen. Das war auch der Moment, in dem ich den Kommers nicht mehr als notwendiges Übel im Seniorat sondern als tolle Erfahrung mit viel Spaß erkannt habe.

 

Meine persönlichen Highlights des Abends war zum einen die sehr gelungene und gleichzeitig kurzweilige Festrede von Cbr. Tilman Bastin unter dem Leitspruch „Die Malteser: Eine katholische Hilfsorganisation – über 900 Jahre im Spagat zwischen Geld und Gebet“. Durch seine eigene langjährige Arbeit im Malteserorden konnte er so manche persönliche Eindrücke und Anekdoten aus erster Hand erzählen.

Weiteres unbestrittenes Highlight waren für mich aber auch die vielen Bandverleihungen und Ehrungen an diesem Abend. Neben der Burschung von Philip Seltsam durfte ich Bbr. Arnold Sacré das 100-Semesterband, Bbr. Oliver Semrau ein Prunktönnchen und Bbr. Hermann Schäpers unser Ehrenband verleihen. Alle vier waren sehr gerührt über ihre Ehrung, was auch mich sehr berührt hat.

 

Nach dem Kommers war der Abend natürlich noch nicht zu Ende. Die tolle Stimmung konnte vom Jakobssaal in unseren Keller hinüber gerettet werden und so ging die Feier noch weiter bis tief in die Nacht hinein.

 

Alles in allem kann ich sagen, dass mir der Abend, so wie das gesamte Fest, wahnsinnig viel Spaß bereitet hat, den ich in keinem Falle missen wollen würde und auf den ich auch ein klein wenig stolz bin. Vielen Dank an alle, die ihn so unvergesslich gemacht haben.

 

Deshalb möchte ich enden mit einem

Vivat, crescat, floreat, Baltia ad multos annos!