Unsere Geschichte beginnt im Jahre 1904 in Danzig, einer damals wichtigen Hansestadt an der Ostküste Westpreußens, des heutigen Polens.

Danzig - Heute

 

Zu dieser Zeit sollte die neue Technische Hochschule in Danzig gegründet werden. Noch bevor dies geschah, beschlossen einige "Alte Herren", sogenannte Philister, die Gemeinschaft ihrer Jugend aufrecht zu erhalten. Daher riefen sie im Frühjahr 1904 den Philisterzirkel „Baltia“- im Kaiserhof Danzig- ins Leben. Federführend waren dabei in Danzig ansässige Mitglieder anderer, bereits bestehender Verbindungen. Ein paar Monate darauf wurde die „Königlich Preußische Technische Hochschule Danzig“ eröffnet. Wenig später wurde Alexander Böhms als ersten Fuchs rezipiert und legte so den Grundstein für eine aktive Studentenverbindung vor Ort. Baltia wurde mit der offiziellen Mitgliederversammlung am 13. November 1904 bestätigt; eine Studentenverbindung  im Cartellverband der katholischen, deutschen Studentenverbindungen. Als Verbindungsfarben wählte Baltia die Farben rot-schwarz-silber (Fuchsenfarben: rot-schwarz). Diese Farben sind nicht willkürlich gewählt, sondern eine Kombination aus den Farben der Hanse (rot und weiß) und den Farben Preußens (schwarz und weiß). Unser Wahlspruch ist  „Schlicht und Recht“ - Welcher unser gemeinsames Leben bis heute prägt.

TH Danzig - Heute

 
Studenten für  unsere Idee zu begeistern, stellte sich zu Beginn als schwierig heraus, steckte die Verbindung doch noch in den Kinderschuhen. Nichtsdestotrotz gab es, dank der ortsansässigen, begeisterten Alten Herren, ein reges Verbindungsleben. Der zunächst geringe Zuwachs resultierte unter anderem aus der Ablehnung der christlichen Verbindungen durch die traditionellen, nicht-konfessionellen und vor allem „schlagenden“ Verbindungen. Eben diese gründeten auch einen Ausschuss der Studentenschaft an der Hochschule und hatten so einen großen Einfluss auf die Mitstudenten - konfessionelle Verbindungen durften dabei nicht teilnehmen. Bald schlossen sich daher die örtlichen konfessionellen Verbindungen ebenso zusammen, um den religionsfeindlichen Entwicklungen etwas entgegenzusetzen. Es entstand so die „Vereinigung der Korporationen Baltia und Pruthenia“.
Die Spannungen zwischen den konfessionellen und nicht-konfessionellen Verbindungen erreichte bei den Feierlichkeiten des Kaisergeburtstags ihren Höhepunkt, als Baltia diesen getrennt von nicht-konfessionellen Verbindungen feiern musste.
Nachdem wir gegen Ende 1907 unser sogenanntes „Verkehrslokal“, den Kaiserhof, verloren, wechselten die Treffpunkte regelmäßig. Im April 1911 konnte dann endlich unser erstes eigenes Verbindungshaus in der Frauengasse 13 bezogen werden. Es handelte sich dabei um ein Reihenhaus in der Danziger Altstadt, welches bis heute überlebt hat.
 
 
Zu Zeiten des ersten Weltkriegs konnte das reguläre Verbindungsleben nicht aufrecht erhalten werden. Nach der Friedenserklärung zwischen Deutschland und Russland konnte Baltia wieder aufblühen und gewann so viele neue Mitglieder dazu. Die rasch anwachsende Aktivitas benötigte mehr Platz und so baute man ein größeres Haus, dass den Anforderungen des Verbindungslebens gerecht wurde. Das zweite Verbindungshaus in der Ostseestraße 12 konnte im April 1925 eingeweiht werden. Es war ein freistehendes Haus in der Nähe des Campus, welches ebenso bis heute erhalten ist.
 
 
Unser zweites Verbindungshaus in der Ostseestraße  - 1988
 
 
Die Machtergreifung Hitlers, im Jahre 1933, erschütterte das Verbindungsleben bis in seine Grundfeste. Unsere Werte, des christlichen Glaubens, unserer Gemeinschaftsidee und die akademischen Wissensbildung wurden unterdrückt; unsere Vorstellungen eines freien Deutschlands  pervertiert. Das nationalsozialistische Regime duldete keine Zusammenschlüsse, die nicht nach dem Führerprinzip organisiert waren. Alle Verbindungen sollten dem NSDStB (Nationalsozialistischer Deutscher Studentenbund) untergeordnet und gleichgeschaltet werden. Wir und der gesamte Cartellverband entschieden, dass eine solche Eingliederung mit unseren Werten nicht vereinbar wäre. Der Cartellverband, mit all seinen Verbindungen, löste sich daher selbst auf. Als letzte Studentenverbindung in Danzig holte Baltia ihre Fahne ein und konnte ab diesem Zeitpunkt, im Jahre 1935, nur noch im Untergrund existieren. Man traf sich inoffiziell und privat bei Bundes- und Cartellbrüdern. Das „Alt Danziger Pruthenenhaus“ diente zum Stammtisch der „Alten Eichen“, was als Deckname Baltias fungierte. Mit Fortschreiten des Krieges wuchs auch die Brisanz – es wurde immer gefährlicher sich im Untergrund zu treffen.
 
Nach den Kriegswirren trafen sich einige Balten wieder, festentschlossen den Gedanken ihrer Verbindung fortzuführen und sich so Wiederzubegründen. Man einigte sich auf Aachen, weil die Königlich Technische Hochschule Aachen bei der Verwirklichung der Danziger Hochschule mitgewirkt hatte und sich die meisten Balten sich nach dem Kriegsende in Aachen zufällig eingefunden hatten. Da die Finanzierung eines Hauses kurz nach dem Krieg nicht möglich war, beschloss man, sich mit der KDStV Bergland, zusammenzutun. Mit einem zwar stark zerstörtem, aber eigenem Verbindungshaus und kleiner Altherrenschaft war die Bergland die beste Lösung für einen Zusammenschluss beider Verbindungen. Im Wintersemester 1949 konnte die Gründung der „Baltia-Bergland“ gefeiert werden. Es gab Anfangs in Aachen einige Schwierigkeiten. Zum einen war das Farbentragen in Aachen noch verboten – worüber man sich gelegentlich hinwegsetzte. Zum anderen gab es nach dem Krieg finanzielle Schwierigkeiten, mussten doch das zerstörte Haus wieder aufgebaut werden. Auch waren die Mitglieder im ganzen Bundesgebiet stark zerstreut.
Die Anzahl der Studenten, sowohl an der Hochschule als auch in der Baltia-Bergland, nahm glücklicherweise wieder zu. Um die familiäre Atmosphäre zu wahren, dachte man über eine Trennung beider Verbindungen nach. Wenig später, im Sommer 1951, beschloss man die Trennung der Verbindungen, welche von da an wieder einzeln bestanden. Die Freundschaft zwischen Baltia und Bergland blieb bis heute und sicher auch in Zukunft erhalten.
 
Baltia 1951
  
 
Im Jahr 1956 freuten wir uns, wieder ein eigenes Haus in der Rütscherstraße zu haben, was zahlreichen Generationen eine Heimat gab und bis heute gibt.  Es wurde über die Jahre kernsaniert und oftmals umgebaut, um neuen Bedürfnissen gerecht zu werden. So wurde der Garten immer wieder verschönert und der Baltenkeller mehrfach vergrößert sowie die einzelnen Wohnräume modernisiert. Bis heute bietet uns das Baltenhaus einen Lebens- und Gemeinschaftsraum.
 
 
Baltia 1997
 
 
Im folgenden florierte das Verbindungsleben. Das neue Haus wurde geformt und gestaltet und das Leben, dank der Aktivitas und der Damen, bereichert. Besonders der Bau des ersten "Kellerchens" ließ viele Abende zu Legende werden. Mit dem Wuchs der Akitivitas wachsen auch die Ansprüche. Das Haus erfährt allerlei Umbaumaßnamen und gestaltete sich so immer attraktiver für junge Studierende.  
 
 
Baltia, Bergland Heute
Baltia, Bergland Heute